Aktuell

Odyssee

huber.huber
presse_quer_klein.jpg regenbogenmaschine_4.jpg
Posted in: Ausstellungen
14. November 2020   -   14. Februar 2021
Öffnungszeiten
DO 18 - 21 UhrSA/SO 11 - 17 Uhr
Veranstaltungen:
  1. 14. November 2020 | 17:00

    Vernissage

  2. 22. November 2020 | 14:00

    Öffentliche Führung

  3. 28. November 2020 | 19:30

    Format EXTRA: Film & Popcorn
    2001: A Space Odyssey (1968) von Stanley Kubrick

  4. 13. Dezember 2020 | 17:00

    Format EXTRA: Konzert & Talk
    Gespräch mit dem Künstlerduo huber.huber über die Verbindung ihrer Arbeit zum Filmklassiker von Stanley Kubrick. Musik: SEDIMENT Solo Simon Berz

  5. 14. Februar 2021 | 16:00

    Finissage

Veranstaltungsort
Kunsthaus Zofingen
General-Guisan-Strasse 124800 Zofingen
http://www.kunsthauszofingen.ch

Mit dem Versprechen „PURE LIFE BEGINS NOW“ werden die Besucher*innen empfangen. Kalt und steril leuchtet der Werbeslogan der Firma Nestlé, mit dem der weltweit agierende Konzern sein in Flaschen abgefülltes Wasser vermarktet, als Neon-Schriftzug von der weissen Wand und bildet den Auftakt zur Ausstellung Odyssee. Wasser ist Grundlage jeglichen Lebens, der Zugang zu sauberem Wasser in den Menschenrechten verankert. Um Wasser wird gekämpft, es wird vermarktet und verkauft. Die Kraft des Wassers ist unumstritten gigantisch. Ein Zuviel oder Zuwenig führt zum Kollaps.

Das Künstlerduo huber.huber (Markus und Reto Huber) untersucht mit seinen raumgreifenden Installationen und einer klaren formalen Sprache auf unterschiedliche Art und Weise die Rolle des Menschen in seinem Umgang mit den immer knapper werdenden Wasserressourcen. Hierfür stellen die Künstler weltliche Versprechungen den biblischen gegenüber und nehmen mit filmischen Zitaten aus dem Filmklassiker "2001: A Space Odyssey“ (1968) von Stanley Kubrick Bezug auf diese Situation. 

Fotografien von staubigen Pflanzen und einer Altarsituation, in der die Menschen Wasser als Opfer darbringen, bilden zusammen mit Wasserflaschen eine installative Szenerie. Die Flaschen sind sorgsam mit weisser Schnur umspannt und mit Karabiner versehen, als stünden sie für den Transport bereit. Neben anderen Risiken gefährdet der Klimawandel die globale Wasserversorgung.

Diese Objekte und Skulpturen aus Wasserflaschen werfen die Frage nach dem Recht auf Trinkwasser auf, weisen aber auch auf einen möglichen Stillstand der Entwicklung oder gar eine Dystopie hin, in der Wasser von weither transportiert werden muss.

Versöhnlicher sind die vielen Regenbögen, die aus der Wasserbrechung des Lichtes erzeugt werden. 12 Regenbogenmaschinen bilden an den Wänden in einer raumfüllenden Installation 48 Regenbögen. Bei der kleinsten Erschütterung durch die Besucher*innen geraten die Bögen in Bewegung und beginnen zu verblassen. Wir werden zur Vorsicht gemahnt, damit die Regenbögen möglichst lange sichtbar bleiben. Das Farbenspiel erinnert an das biblische Zeichen für das göttliche Versprechen, dass die Sintflut das Leben auf der Erde nie mehr auslöschen wird, wenn wir Menschen mit der Natur besonnen umgehen. 

Die Eingangsszenerie des Films „2001: A Space Odyssey“, in der Urmenschen mit Waffen bis zum Tod um Wasser kämpfen, bildet im Obergeschoss das Zentrum der Ausstellung. Im Vorraum zum prunkvollen Tanzsaal schwebt ein weisser Knochen aus Keramik an einem durchsichtigen Faden über den Köpfen. Er kann als Vanitassymbol gedeutet werden, verweist hier aber als „Zitat“ auf den Filmklassiker „2001: A Space Odyssey“ von Stanley Kubrick. Im Filmkapitel „Aufbruch der Menschheit“ (The Dawn of Man) wird das erste Mal in der Evolutionsgeschichte im Streit um eine Wasserstelle von den Vormenschen ein Knochen als mörderische Waffe eingesetzt. Der Knochen wird im Film nach der Tat in die Luft geschleudert und landet hier nun als Objekt in der gleichnamigen Ausstellung „Odyssee“ des Künstlerduos. Ein schwarzer Monolith trug bei den Vormenschen zu einer Bewusstseinsveränderung und einer rasanten Entwicklung bei. Dieser Evolutionsschritt löste den mörderischen Kampf ums Wasser aus. Der Monolith steht hier nicht an der besagten Wasserstelle, sondern mitten im Prunksaal des Kunsthauses. Der Monolith von huber.huber in den selben Seitenverhältnissen wie im Film ist hier nicht schwarz, sondern durchsichtig. Dieser „skulpturale“ Brunnen füllt sich langsam mit Wassernebel, der sich an den Innenwänden zu Tropfen formt, die ab und an tränengleich herabfliessen.
Um den Monolithen stehen verschiedene Vehikel, alle bepackt mit befüllten Wasserflaschen.

Related