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Dorothea Lange & Lilian Beidler

«Wellenlänge»
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Posted in: Ausstellungen
20. August 2021   -   03. Oktober 2021
Öffnungszeiten
Mi–Fr 14.30–18.00 Uhr
Sa, So 11.00–16.00 Uhr
Veranstaltungen:
  1. 20. August 2021 | 17–21 Uhr

    Eröffnung mit Sommerfest im Hof

  2. 05. September 2021 | 11 Uhr

    «Matinée à la Grandma Dorrie», Duo Martay (Paul Taylor, Violine, und Dorottya Marosvári, Klavier)

  3. 16. September 2021 | 19 Uhr

    Brugger Dokumentarfilmtage 16.–19.09.

  4. 10. September 2021 | 19 Uhr

    Dialogischer Rundgang mit Paul Taylor, Enkel von Dorothea Lange

  5. 23. September 2021 | 19 Uhr

    Dialogischer Rundgang mit Nicoletta Brentano-Motta, Kunsthistorikerin

Veranstaltungsort
Zimmermannhaus Brugg – Kunst & Musik
Vorstadt 19
5200 Brugg
T 056 441 96 01
info_at_zimmermannhaus.ch
https://zimmermannhaus.ch

Im Rahmen der Ausstellung «Wellenlänge» trifft die Schweizer Musikerin, Performerin und Soundkünstlerin Lilian Beidler (geb. 1982, lebt und arbeitet in Bern) auf die US-amerikanische Fotografin Dorothea Lange (geb. 1895 in Hoboken, New Jersey, gest. 1965 in San Francisco, Kalifornien). Langes Reportagen transportierten in den 1930er-Jahren die soziale Tragödie der «Great Depression» in die breitere öffentliche Wahrnehmung: Dabei nahmen Langes Aufnahmen nicht nur Einfluss auf den Fortgang der Dokumentarfotografie; ihr Blick auf die Lebensverhältnisse der Besitzlosen beförderte während der Wirtschaftskrise auch den politischen Willen für nationale Unterstützungsprogramme.
Wenn Dorothea Langes Werk zur Partitur wird für Lilian Beidler, sucht diese eine zeitgemässe Antwort auf Themen, welche die Fotografin zu ihrem durchaus sozialkritischen Werk motiviert hatten. Beim Betreten des Raums kommt einem ein Rauschen entgegen. Einzelne, ausgewählte Fotografien stehen und hängen hier, sind auf verschiedene Ebenen projiziert. Ein scheinbar unendlicher Strom akustischer Partikel vermengt sich zu einer fast haptischen Wahrnehmung des Raums. Beim genaueren Hinhören lassen sich Fragmente isolieren - Field Recordings aus Wäldern, Flüssen und Naturgebieten, Körper- und Maschinengeräusche bilden einen Cluster, der fliessend Kontakt aufnimmt mit der visuellen Sprache der Fotografie. Das «Klangmal» setzt sich fort im öffentlichen Raum. Gebäude und Schaufenster zwischen Bahnhof/Kino Odeon und Vorstadt entlassen immer wieder das akustische Bild einer Welle. Als Verbindungsglied zwischen Beidlers und Langes Werk, zwischen den sozialpolitischen Kontexten zweier Epochen und Kontinente hält es die Bewegung diverser Wellengänge in Erinnerung. 
Als weiterer Akteur von «Wellenlänge» ergänzt der Musiker Paul Taylor das visuelle Gedächtnis der Fotografie um kollektive und persönliche Geschichte(n). Originalabzüge aus dem Erbe von Dorothea Langes (Stief-)Enkel kommen neben ungerahmten, grösseren Abzügen aus dem Dorothea Lange Digital Archive des Oakland Museum of California zur Anschauung. Ein akustisch aufgezeichneter Kommentar ist per QR-Code abrufbar. In seinem Privathaus wenige Gehminuten entfernt zeigt Paul Taylor eine grosszügige Auswahl aus Langes persönlichem Bildarchiv. Damit lotet «Wellenlänge» die unscharfe Grenze aus zwischen Dokumentieren und Erinnern und dehnt die fotohistorische Perspektive um eine mündliche Überlieferung zu «Grandma Dorrie». 

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