14. August   – 26. September 2020

Reisen 

Eva Borner, Esther Ernst
Serafin Krieger, Claudio Moser
Ursula Palla

Vernissage: Donnerstag, 13. August 2020, 18.30 h
Einführung: Esther Amrein und Christian Greutmann

Werkgespräch
Freitag, 28. August 2020, 18 h

Führung
Sonntag, 20. September 2020, 15 h

Finissage
Samstag, 26. september 2020, 15 – 17 h

 

Reisen

In der bildenden Kunst hat das Reisen und die damit verbundene eigene künstlerische Beobachtung seit jeher einen hohen Stellenwert. Wie setzen sich heutige zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit diesem Thema auseinander? In einer kleinen, aber facettenreichen Ausstellung, zeigt das Trudelhaus gegenwärtige Positionen zum Reisen.

Claudio Moser ist als Fotograf ein stiller Beobachter von Architektur und menschlicher Zeichen in urbanen Räumen. Er liebt die Dunkelheit in seinen Bildern. Das Schwarz in seinen Fotografien wird bisweilen zum magischen Sehnsuchtsort und das Licht bekommt bei ihm stellenweise stoffliche Qualitäten.

Eva Borner wurde mehrmals durch Reise- und Auslandstipendien ausgezeichnet und hat diesen internationalen Erfahrungsschatz eindringlich wie auch kritisch in ihre Arbeiten einfliessen lassen. Die Künstlerin mischt beispielsweise in einer Reihe von Doppelbelichtungen surreal poetische Situationen, entstanden nach einem Aufenthalt in Thessaloniki und stellt architektonischen Zerfall dem wirklichen Leben gegenüber.

Die Videokünstlerin Ursula Palla war schon in einer grossen Ausstellung in der Langmatt in Baden zu sehen. Sie überrascht immer wieder mit neuen und ausgeklügelten Inszenierungsideen. So projiziert sie eine versinkende Insel im Trudelhaus auf eine Glaskugel, die Installation kann sowohl poetisch gelesen werden wie auch als Metapher für die Klimaerwärmung stehen.

Esther Ernst hat in einer fast tagebuchartigen Arbeit, malerisch, zeichnerisch und schriftlich die Stadt Kairo ergründet. In ihrem Stipendium der Pro Helvetia 2018 erlebte sie hautnah die Wirren um den arabischen Frühling. In einer Sammlung von kleinen Videos zeigt sie daneben kurze, dokumentarische Situationen aus fünf Jahren Reisen mit dem Titel «short attractions».

Serafin Krieger lässt seine Objekte selbst reisen. So wandert eine Scheibe eines Baustammes selbständig wie von Zauberhand bewegt durch den Ausstellungsraum. Oder ein Lüftungsschlauch wird mittels ausgeklügelter Technik zu einem magischen, kinetischen Wasserloch, das die Umgebung langsam einzusaugen scheint.

Eva Borner

Eva Borner, wenn ich weiss, wo ich bleibe, 2013

 

Claudio Moser

Claudio Moser, Croisette, 2019

 

Claudio Moser

Claudio Moser, Keramporiel, 2018

 

Esther Ernst

Esther Ernst, Kairo Edition, handgenähte Monographie, 2020

 

Esther Ernst

Esther Ernst, short attractions, 2010-2015

 

Serafin Krieger

Serafin Krieger, Wrap 2