24. Oktober 2020   – 17. Januar 2021

*DUALHUSTER* 

Sonja Feldmeier
Isabelle Krieg

Vernissage: Freitag, 23. Oktober 2020, 18.30 h
Einführung: Cornelia Ackermann und Christian Greutmann

Werkgespräch
Freitag, 11. Dezember 2020, 18 h

Film/Führung
Sonntag, 3. Januar 2021, 14.30 h Kino Orient, Wettingen
Film von Sonja Feldmeier, «The Peepul Tree», 2020, (25 Min.)
Anschliessend Führung im Trudelhaus 15.30 h

Finissage
Sonntag, 17. Januar 2021, 15 – 16.40 h
17 h Kino Orient, Wettingen, Film von Sonja Feldmeier
«The Peepul Tree», 2020, (25 Min.)

 

*DUALHUSTER*

In der kommenden Ausstellung im Trudelhaus Baden werden Werke der beiden schweizweit bekannten Künstlerinnen Sonja Feldmeier (*1965 in Männedorf) und Isabelle Krieg (*1971 in Fribourg) unter dem Titel «*DUALHUSTER*» gezeigt. Der Titel ist ein Anagramm des Wortes TRUDELHAUS, die Buchstaben wurden spielerisch durchgeschüttelt und neu verteilt. Der erste Wortteil «DUAL» ist verständlich und gut lesbar, beim zweiten Teil «HUSTER» werden wir verunsichert, soll das Wort Deutsch gelesen werden, oder lehnt es sich an das Englische «hustle» (hetzen/Gedränge) an? Der Titel macht zunächst neugierig.

«DUAL»? Da gibt es einiges, was die beiden Künstlerinnen verbindet. Beide beziehen in ihren Arbeiten Aussagen zum aktuellen Weltgeschehen ein. Beide haben ein starkes Flair für Readymades, die Einbindung von Alltagsgegenständen in ihre Arbeiten. Dabei setzen sie diese Gegenstände in neue, überraschende, bisweilen skurrile Zusammenhänge. Beide Künstlerinnen arbeiten in mehreren Medien, bevorzugen aber besonders das TRUDELHAUS Baden Obere Halde 36 5400 Baden www.trudelhaus-baden.ch

Dreidimensionale und Raumgreifende. Beide Künstlerinnen arbeiten zudem konzeptuell und verfolgen gewisse Arbeitsreihen über viele Jahre weiter.

Eine besonders auffällige Gemeinsamkeit ist in dieser Ausstellung die künstlerische Auseinandersetzung mit Landkarten, Wegen, Globen oder Höhenkurven. Unabhängig voneinander haben Feldmeier und Krieg seit Jahren diese abstrahierte Sicht auf die Welt für verschiedenste Aussagen verwendet und immer wieder anders und neu interpretiert.

Bei Isabelle Kriegs Arbeit «Wieviel Erden?» stellt sich die Frage nach den Ressourcen unserer Erde. Die überdimensionale Halskette besteht aus verschieden grossen, aneinandergereihten Globen.

Sonja Feldmeier hat sich über viele Jahre mit verschiedenen Tarnmustern und dem Thema Camouflage auseinandergesetzt. Im Trudelhaus zeigt sie eine Arbeit, bei der sie Tarnmuster zunächst in eine dreidimensionale Landschaft in Ton und Gips umgesetzt hat und diese Reliefs dann in einer Performance schrittweise in Flüssigkeit versenkt. Dabei entstehen im Relief Höhenlinien, die Sonja Feldmeier wieder fotografisch ausliest und bunt einfärbt. Die farbigen Höhenlinien wirken auf schwarzem Grund als ästhetische, fiktive Landschaften.

Hintergründig kommt eine Arbeit von Isabelle Krieg daher. Ein leichtes Mobile aus kleinen schwarzen Knochenteilchenteilchen schwebt im Raum. Erst auf den zweiten Blick entpuppt es sich als verstückeltes Skelett einer Ratte. Die Ratte als ständiger, ungeliebter Begleiter der Menschheit wird zu einem luftigen Totentanz.

Sonja Feldmeier und Isabelle Krieg setzen sich auf eine poetisch und zugleich kritische Art mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander. Sie verstehen es, Dimensionen und Verhältnisse neu auszuloten, sie denken gekonnt und spielerisch um die Ecke und lassen plötzlich neue, überraschende, manchmal auch nachdenkliche Sichtweisen zu.

Eva Borner

Isabelle Krieg, Sonja Feldmeier, 2020

Sonja Feldmeier

Sonja Feldmeier: Meter hinter dem Meeresspiegel

Sonja Feldmeier

Sonja Feldmeier: The Peepul Tree

Isabelle Krieg

Isabelle Krieg: Wieviel Erden?

Isabelle Krieg

Isabelle Krieg: Welt am Arsch