1. Mai – 28. Juni 2026
unvereinbar gemeinsam
Susanne Keller
Linus Weber
Selina Zürrer
Vernissage
Donnerstag, 30. April 2026, 18.30 h
Begrüssung Cornelia Ackermann und Jeannette Polin, Kuratorinnen, 18.45 h
Artist Talk
Sonntag, 31. Mai 2026, 14 h
mit Susanne Keller, Linus Weber, Selina Zürrer
Rundgang und Konzert
Donnerstag, 18. Juni 2026, 18.30 h
Songs von lala càdiz (cadiz-music.ch)
Finissage
Sonntag, 28. Juni 2026, 15 – 17 h
in Anwesenheit der Kunstschaffenden
Öffnungszeiten: Freitag 14 – 17 h, Samstag + Sonntag 11 – 17 h
Die Ausstellung ist über Pfingsten regulär geöffnet
unvereinbar gemeinsam
Die kommende Gruppenausstellung im Trudelhaus vereint unter dem Titel «unvereinbar gemeinsam» drei künstlerische Positionen. Susanne Keller, Linus Weber und Selina Zürrer präsentieren Werke, die verschwommene Realitäten, gesellschaftliche Rollenbilder und hybride Welten zwischen Analog und Digital beleuchten. Obwohl die Bildwelten der drei Kunstschaffenden sehr unterschiedlich sind, eint sie der Einblick in die singulären Kosmen des Seins und deren Wahrnehmung.
Linus Weber (*1995, lebt und arbeitet in Basel) untersucht in seinem Schaffen Überschneidungen zwischen analogen und digitalen Medien. Dazu fertigt er Ölmalerei und Zeichnungen an und unterlegt diese mit Filmausschnitten und 3D Animationen. Es entstehen hybride Bilder, in denen „das Digitale“ und „das Analoge“ sich kontrastieren, irritieren und ergänzen.
Das Eintauchen in seine Bilder regt zum Nachdenken über manipulierte Sichtweisen auf die Welt und ihre erfundenen Bilder an. Was trägt der digitale Raum zu unseren kollektiven Erinnerungen bei und inwiefern verändert er sie?
Einen besonderen Raum gestaltet auch die Künstlerin Susanne Keller (*1980 in Zürich, lebt und arbeitet in Zürich). Auf einem Podest ruht ein muschelähnliches fragiles Objekt, das aus zahlreichen symbolhaften Einzelteilen besteht. In jedem Detail scheint ein Stück Welt zu stecken oder eine verschlüsselte Botschaft, die es zu entdecken gilt. Diverse Materialien und die Beschaffenheit der reichhaltigen Details sowie Textfragmente machen den Reiz dieser poetischen Arbeit aus.
Einen anderen Blick auf den Alltag wirft die Künstlerin Selina Zürrer (*1992, lebt und arbeitet in Zürich). Seit 2020 fotografiert sie verwaiste Socken, die sie auf dem Boden findet. Auslöser für die Arbeit war ein Sturm in Genua, der aufgehängte Wäsche in die engen Gassen wehte. Seither sammelt die Künstlerin diese Einzelgänger und dokumentiert sie fotografisch.
Die gefundenen Socken erscheinen als kleine Spuren eines alltäglichen Verlusts. Jede von ihnen verweist auf eine unbekannte Geschichte und lädt dazu ein, sich die Umstände ihres Weges vorzustellen. Nebst den Fotografien nimmt sie in einer Videoarbeit Werbedauersendungen aufs Korn und zieht Wäscheleinen sowie sorgfältig gearbeitete Vorhänge durchs Trudelhaus.

Linus Weber, Collage, unvereinbar gemeinsam, 2026
mit Bildausschnitten von Susanne Keller, Linus Weber und Selina Zürrer

Susanne Keller, Die Muschel, Detail, 2026

Selina Zürrer, The Magic Mouth, videostill, 2024
