Medienmitteilung Visarte Aargau und Aargauischer Kulturverband (AGKV)
Aarau, 22. Dezember 2025
Die SVP-Fraktion des Grossen Rates verlangt in einer Motion, dass bei Tiefbauprojekten Kunst im öffentlichen Raum auszuschliessen ist.
Im Kanton Aargau wird Kunst im öffentlichen Raum, insbesondere bei wichtigen Hoch- und Tief-bauprojekten, gefördert. Ein auf den Grundsätzen des Kulturgesetzes abgestütztes Reglement des Regierungsrates regelt dazu die Rahmenbedingungen. Unter anderem sind je nach Höhe der Erstellungskosten Kunstbeiträge im Bereich zwischen 0.5 und 1.5% dieser Kosten vorgesehen. Dem will die SVP-Fraktion mit einer Motion vom 18. November 2025 den Riegel schieben und bei Tiefbauprojekten generell solche Vorhaben ausschliessen. Die frei werdenden Mittel sollen für die Kernaufgaben der jeweiligen Projekte (Sicherheit, Verkehrsanbindung und Langlebigkeit) eingesetzt werden. Begründet wird der Vorstoss damit, dass die erforderlichen Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse häufig zu untolerierbaren Verzögerungen führen würden.
Dies sind rein organisatorische Abläufe, die in einem Projekt geplant und koordiniert werden können und schlicht nicht dafür taugen, die kulturelle Unterstützung wegzubefördern. Die Motion hat zur Folge, dass die Kultur mit sachfremder Begründung förmlich abgebrochen wird.
Dazu sollen die dafür reservierten Mittel nicht etwa für die Kultur in anderen Bereichen, sondern für die jeweiligen Bauprojekte selbst verwendet werden sollen. Mit anderen Worten: Der Kultur soll der (Tiefbau-)Boden gänzlich entzogen werden.
Visarte Aargau und der Aargauische Kulturverband wehren sich mit Nachdruck gegen solches Ansinnen.
Jürg Fritzsche, Präsident Visarte Aargau
Rudi Bürgi, Co-Präsident AGKV